Die Zimmervergabe ist ein zentraler Bestandteil des Hotelbetriebs - sie beeinflusst nicht nur den ersten Eindruck der Gäste, sondern auch die internen Abläufe und den wirtschaftlichen Erfolg. Die Zufriedenheit der Gäste hängt maßgeblich davon ab, wie gut ihre Erwartungen bei der Zimmerzuteilung erfüllt werden.
Eine strategisch geplante Zimmervergabe sorgt für reibungslose Prozesse, erhöht die Servicequalität und kann langfristig zur Gästebindung und Gewinnsteigerung beitragen. Digitale Unterstützung, etwa durch ein Property Management System, hilft dabei, die Vergabe effizient und gezielt zu steuern.
Inhaltsverzeichnis
Verschiedene Zimmerarten in Hotels
Kategorien und Preisstrategien
Hotels bieten in der Regel unterschiedliche Arten von Zimmern an, um unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen und verschiedene Preissegmente abzudecken. Die Preisgestaltung richtet sich dabei nicht nur nach der Ausstattung oder der Belegung, sondern auch nach Lage und Ausblick. Ein Zimmer in den oberen Etagen mit Meerblick hat naturgemäß einen höheren Wert als eines im Erdgeschoss mit Blick auf den Hinterhof. Oft findet man in Bezug auf die gängigen Zimmertypen Hotelabkürzungen, die vor allem auf Buchungsportalen genutzt werden:
- Einzelzimmer (EZ): Für Alleinreisende, in der Regel mit einem Einzelbett ausgestattet
- Doppelzimmer (DZ): Mit einem Doppelbett oder zwei Einzelbetten - geeignet für Paare oder gemeinsam reisende Gäste
Auf den meisten Buchungsportalen und Hotelwebseiten sind Lage und Ausstattung der verschiedenen Zimmertypen erläutert, sodass Gäste wissen, wofür sie sich entscheiden und ihren Wünschen und Preisvorstellungen entsprechend buchen können. Auch Themen wie Barrierefreiheit müssen klar kommuniziert und berücksichtigt werden.
Unterschiede innerhalb gleicher Zimmerkategorien
Neben den klar ausgewiesenen Unterschieden in Ausstattung und Lage gibt es oft auch Abweichungen innerhalb derselben Zimmerkategorie - diese sind jedoch für Gäste in der Regel nicht ersichtlich und können bei der Buchung meist nicht gezielt ausgewählt werden.
Beispiele hierfür sind Zimmer in unmittelbarer Nähe zum Treppenhaus oder solche mit Blick auf einen ruhigen Innenhof. Auch wenn sie offiziell der gleichen Kategorie angehören, unterscheiden sie sich in ihrer Lage, Atmosphäre und wahrgenommenen Qualität.
Erfahrene Gäste äußern bei der Buchung häufig individuelle Wünsche - etwa nach besonders ruhigen Zimmern für konzentriertes Arbeiten oder einem bestimmten Stockwerk. Gerade Geschäftsreisende legen Wert auf solche Details.
Die Erwartungen der Hotelgäste an Service und Komfort - insbesondere beim Check-in und Check-out - sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Wenn individuelle Präferenzen erkannt und berücksichtigt werden, hat das einen direkten Einfluss auf die Zufriedenheit der Gäste und erhöht die Wahrscheinlichkeit für Folgeaufenthalte.
Wie läuft die Zimmervergabe ab?
Zimmerverteilung und Digitalisierung
Die Zeiten handschriftlich geführter Reservierungsbücher mit Ledereinband an der Rezeption gehören längst der Vergangenheit an. In modernen Hotels erfolgt die Zimmervergabe heute überwiegend digital - schnell, zuverlässig und nach klar definierten Regeln.
Zum Einsatz kommen sogenannte Property Management Systeme (PMS), die Reservierungen zentral verwalten und Zimmer automatisch zuteilen. In größeren Hotelketten wird die Zimmervergabe häufig bereits am Vorabend geplant und am Anreisetag nur noch punktuell angepasst.
Einflussfaktoren bei der Zimmerzuteilung
Auch wenn die Zuweisung größtenteils systemgestützt erfolgt, gibt es Faktoren, die das Ergebnis beeinflussen. Rezeptionsteams haben zudem die Möglichkeit, manuell einzugreifen und individuelle Wünsche zu berücksichtigen. Zu den wichtigsten Einflussgrößen zählen:
- Buchungszeitpunkt: Frühe Buchungen erhöhen die Chance auf bevorzugte Zimmerlagen
- Sonderwünsche: Gäste mit spezifischen Anforderungen - z. B. nach Barrierefreiheit oder Ruhe - erhalten möglichst passende Zimmer
- Stammgäste: Wiederkehrende Kunden erhalten oft bevorzugte Behandlungen
- Auslastung: In Zeiten hoher Belegung sinkt die Flexibilität, Wunschzimmer können dann unter Umständen nicht garantiert werden
Strategien zur Optimierung der Zimmervergabe
Technologische Hilfsmittel und Automatisierung
In einer zunehmend digitalisierten Branche ist der Einsatz eines PMS nur folgerichtig. Solche Systeme unterstützen die Zimmervergabe, sorgen für reibungslose Abläufe und helfen dabei, Fehler zu vermeiden sowie die Servicequalität auf konstant hohem Niveau zu halten.
Darüber hinaus ermöglichen moderne Lösungen die gezielte Berücksichtigung individueller Gästepräferenzen, eine effizientere Auslastung und zusätzliche Umsätze durch intelligente Upselling-Strategien.
Moderne Software bietet zahlreiche Vorteile:
- Effizienzsteigerung: Automatisierte Prozesse reduzieren Fehler und sparen Zeit
- Optimierte Auslastung: Intelligente Algorithmen unterstützen eine strategische Zimmerverteilung
- Verbesserte Gästeerfahrung: Präzisere Erfüllung von Gästewünschen steigern die Zufriedenheit
- Reduzierung von Überbuchungen: Verfügbarkeiten werden in Echtzeit abgeglichen, Doppelbuchungen werden zuverlässig verhindert.
Berücksichtigung von Gästewünschen und VIPs
Trotz aller Vorteile der Automatisierung bleibt ein mitdenkender, individueller Service unverzichtbar. Wird beispielsweise mehrmals unter demselben Namen für denselben Zeitraum gebucht, deutet das auf gemeinsam reisende Familien hin - hier sind zusammenhängende Zimmer sinnvoll. Geschäftsreisende bevorzugen ruhige Lagen, während Paare in den Flitterwochen sich über ein liebevoll arrangiertes Upgrade besonders freuen. Wird im Hotelservice so flexibel auf Wünsche eingegangen, erhöht das die Gästezufriedenheit und die Wiederbuchungsrate.
Management von Buchungsspitzen
In Zeiten hoher Nachfrage, wie Ferien oder Großveranstaltungen, müssen Hotels die Zimmervergabe strategisch planen. Dabei hilft:
- Frühzeitige Vergabeplanung
- Anreize für Frühbucher für bessere langfristige Planung
- Angepasste Stornierungsbedingungen für optimale Auslastung
- Überbuchungsstrategien mit Upgrades für betroffene Gäste
Fazit
Die Zimmervergabe in Hotels ist ein komplexer Prozess, der strategisch geplant werden sollte. Mit dem richtigen Mix aus technologischer Unterstützung und individueller Gästebetreuung lassen sich Auslastung, Umsatz und Servicequalität nachhaltig verbessern.
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Autorin
Eva Lacalle
Eva weist eine Berufserfahrung von mehr als zehn Jahren in Marketing, Kommunikation, Eventmarketing und digitalem Marketing auf. Wenn sie nicht arbeitet, ist sie wahrscheinlich auf dem Surfbrett, beim Tanzen oder auf Weltreise.

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